Das Lied der Erde

„Die ihr meine gewölbte Hautdecke bewohnt, zahlreiches Menschenvolk, erkennt, wer ich bin:

 

Ich bin die Mutter Erde:
Ich bin die Ewig-Alte,
Die Urmutter aller Wesen,
Und zugleich die Ewig-Junge,
Die sich stets selbst erneuert,
Die ewig aufersteht durch Wiedergeburt:
Ich bin Demeter und Persephone zugleich.

 

Aber nicht Alte oder Junge sollt Ihr mich nennen,
Denn ich bin jenseits aller Zeit: Ich bin der ewigwährende Geist,
Der im Planeten Erde seine Wohnstätte hat;
Und als es die Erde noch nicht gab,
Da habe ich schon präexistiert
In anderen geistigen Welten:
Ich war immer, ich bin immer,
Und ich werde immer sein.

 

 

Ich bin die Hüterin allen Lebens:
Und tief im Erdinneren befindet sich mein Tempel,
In dem ich mit meinen Schwestern 
Über die heilige Flamme des Jenseits wache;
Denn allem Lebendigen schenke ich Odem.

 

Diese Erde, die Ihr bewohnt, ist mein Körper:
Die Flüsse und Bäche sind meine Adern;
Das Felsgestein ist mein Knochenmark; 
Der Humus ist mein Fleisch;
Die Lufthülle ist mein Mantel,
Der mich bewahrt vor der Hitze der Sonne 
Und vor der Kälte des Weltraums gleichermaßen.

 

Der Nordpol ist mein Scheitel,
Und der Südpol ist mein Becken,
Die Gebirge der Anden und Rocky Mountains
Sind meine Wirbelsäule,
Und die Wälder Amazoniens und Kongo
Sind meine Lungen:
Ich bin die Mutter Erde!“

 

Quelle: EHMER, M. K. (1994): Göttin Erde. Kult und Mythos der Mutter Erde. Berlin: Zerling, S. 11

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